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MAX - Ein Update aus dem Software Engineering

Auf dem Weg in die nicht mehr so ferne Zukunft

 Lucas Fowler - 20. Mai 2021

Ende März konnten wir den fünften Kunden erfolgreich auf unser neues Order Management System MAX migrieren. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, auf die vergangene Zeit seit dem Entwicklungsstart von MAX zurückzublicken. Ich möchte einen Einblick in die Arbeit unseres Software Development Teams geben und welchen Herausforderungen wir begegnet sind.

Ein Unternehmen - ein Ziel

Nach dem Zusammenschluss 2017 stehen wir vor der Aufgabe, zwei sehr ähnliche Firmen mit ähnlichen Softwareprodukten zu vereinen. Beide Order Management Systeme GLOX und XKYTE haben einige Gemeinsamkeiten und ihre speziellen Stärken, aber auch Besonderheiten, die wir als Anbieter berücksichtigen müssen.

Unser Ziel ist es, die zwei Produkte zu vereinen und unsere Kräfte für die Weiterentwicklung des neuen Produktes MAX zu bündeln. Dabei würdigen wir die langjährigen Beziehungen zu vielen Kunden, indem wir möglichst viele Anpassungen, Verbesserungsvorschläge und Optimierungen der Vorgänger-Systeme einbringen. Einige Vorteile, die MAX bieten soll, sind z.B.:

  • Entwicklung auf einer zukunftsfähigen Plattform
  • Hosting oder Standalone Installation für alle Kunden
  • einfacher Zugriff auf alle MACD Network Services
  • effizientere Anbindung von neuen Kunden und Brokern

Zwei Teams - eine gemeinsame Basis

Im Hintergrund gilt es, die zwei bis dahin unabhängigen Entwicklungsteams in Urdorf und Aachen miteinander vertraut zu machen und eine gemeinsame Basis zu schaffen, auf welcher man die anstehende Entwicklungsarbeit durchführen kann.

Für die Stärkung des Teamzusammenhalts ist der persönliche Kontakt wichtig. Deshalb steht zunächst das gegenseitige Kennenlernen aller Mitarbeiter*innen in einem informellen Rahmen im Vordergrund. Startpunkt ist das gemeinsame Sommerfest im Jahr 2018, das wir aufgrund der guten Erreichbarkeit von Aachen und Urdorf aus, in Stuttgart umsetzen.

Für den Anfang des Jahres 2020 sind viele gegenseitige Besuche in Deutschland und in der Schweiz geplant. Jede Mitarbeiter*in soll den anderen Standort sowie die neuen Kolleg*innen kennenlernen. In diesem Schritt sind auch eine Reihe von Meetings zu Software-Themen geplant.

Da nicht jede/r zeitgleich eine solche Dienstreise durchführen kann, sollen ein Zoom TV und Zoom als Videokonferenzwerkzeug unterstützen. Die persönlichen Besuche können wir durch den weltweiten Lockdown aufgrund der COVID-19 Pandemie dann leider nicht umsetzen. Jedoch helfen unsere digitalen Kommunikationstools dabei, die standortübergreifende Kommunikation und teamübergreifende Zusammenarbeit weiter voranzubringen. Mein Dank gilt allen Mitarbeiter*innen dafür, dass wir es schaffen, diese schwierige Situation gemeinsam so gut zu bewältigen.

Aktuell sind wir uns zwar noch unserer Unterschiede bewusst, aber der Standort spielt dabei keine wirkliche Rolle mehr. Mittlerweile übernimmt jede und jeder immer mehr Aufgaben unabhängig von seinem Standort und vielmehr abhängig vom Verantwortungsbereich. Dieser Änderungsprozess dauert noch an, denn wir versuchen ein nachhaltiges Arbeitstempo zu erreichen, bei welchem sich niemand mehr dauerhaft verausgaben muss, um einen Projektabschluss zu erreichen.

Fortschritte während des Lockdowns

Dass wir im vergangenen "Corona-Jahr" diese Projekte meist nach Plan umsetzen können, freut mich sehr. Wir sind trotz der unterschiedlichen, persönlichen Situationen in unseren Teams in Deutschland und der Schweiz stets in der Lage, schnell zu handeln, ohne unsere Ziele aus den Augen zu verlieren. Auch Verbesserungspotenziale werden offenbart, welche wir intern kontinuierlich erkennen und bearbeiten.

Bereits im Januar 2020 ist unser erster Pilotkunde mit MAX live gegangen, zwei weitere Kunden folgen im selben Jahr. Seitdem wird MAX produktiv eingesetzt - inklusive Schnittstellen für zukünftige Implementierungen oder neuen Funktionalitäten. Beispielsweise haben wir unser Funds- und Share-Trading stark ausgebaut. Einen Überblick über die bisher entwickelten MAX Services gibt es hier:

MAX Order Management System

Die Ereignisse des vergangenen Jahres waren eine Kraftanstrengung für MACD. Parallel zum laufenden Betrieb fand der Umzug unserer Hardware in ein neues Rechenzentrum statt. Dies und weitere erfolgreiche Projekte bilden die Basis für weitere positive Entwicklungen. Nicht nur die Migration weiterer Kunden werden wir noch in der ersten Jahreshälfte von 2021 abschliessen können, auch der Startschuss für zusätzliche Migrationsprojekte wird in diesen Zeitraum fallen.

Fokus auf vier Kernthemen

Aufgrund der gemachten Erfahrungen wollen wir die Durchlaufzeit für eine Inbetriebnahme optimieren. Vor allem durch den anschliessenden Zyklus aus Nutzererfahrungen mit der neuen Software und Feedback des Pilotkunden können wir bereits sehr früh Verbesserungspotenziale in grundsätzliche Überlegungen zu MAX mit einbinden.

2020 habe ich mir mit dem Software Engineering Team ausgiebig Zeit genommen, das Für und Wider einiger Aspekte zu diskutieren. Daraus resultieren folgende vier Kernthemen, an denen wir aktuell arbeiten:

Wir arbeiten an der Zusammenführung unserer automatischen Build- und Release-Prozesse aus beiden Vorgängersystemen. Dies beinhaltet unter anderem die Arbeit an einem Installer für die automatische Bereitstellung des MAX Clients. So profitieren alle Kunden von der einfachen Installation, welche der GLOX Client in der Vergangenheit bereits geboten hat.

Automatisierte Build- und Release-Ketten sind wichtig, um die Systemqualität nachhaltig zu verbessern. Sie ermöglichen es, den Kunden System-Releases bereitzustellen, ohne den Betrieb der Software einzuschränken, sodass Verbesserungen möglichst unbemerkt von unseren Kunden und Partnern umgesetzt werden. Noch dazu sind diese Releases wohl dokumentiert, wiederholbar und auch testbar. Dies reduziert auf der Seite der Softwareentwicklung manuelle Fehler und versetzt uns in die Lage, das MAX System Woche für Woche zu verbessern.

Auch hier ist die Zusammenführung der Business-Funktionen von XKYTE und GLOX in vollem Gange. Über die Jahre des Betriebs unserer bisherigen Order Management Systeme wurden viele sinnvolle und nützliche Individualisierungen und die Digitalisierung von realen Geschäftsfällen, die bis dahin analog waren, vorgenommen.

So sind unsere zwei Systeme kontinuierlich gewachsen und konnten einen immer höheren Nutzen für unser Netzwerk, bestehend aus Banken, Brokern und Börsen, schaffen. Nun ist unsere Herausforderung eine gemeinsame Basis aller notwendigen Anforderungen zu erstellen.

Die Messaging Hubs FIXHub und SWIFTHub sind für Kunden gar nicht sichtbar. Dennoch erfüllen sie eine wesentliche Aufgabe: sie funktionieren als Knotenpunkte für FIX- bzw. SWIFT-Nachrichten und leiten die Nachricht über einen Auftrag oder Ausführung vom Sender an den korrekten Empfänger im Netzwerk, anhand konfigurierbarer Regelsätze, weiter.

Mit dem erfolgreichen Go-Live der SIX Global Fund Services im vergangenen November mittels unseres SWIFTHubs, konnten wir unseren Fonds-Bereich erweitern. Für den FIXHub sind weitere Verbesserungen mit Blick auf das Logging und Monitoring der Nachrichtenflüsse geplant. Damit wird der FIXHub, einer unserer Kernkomponenten für die Konnektivität unserer Kunden und Partner, noch weiter an Verlässlichkeit gewinnen.

Das MAX MARKET GUI rundet das Leistungsangebot von MAX ab. Grundlage hierfür ist unser bewährter Global Information Service, welcher das dynamische Management und Handling von Instrumenten ermöglicht. Damit behalten MAX User stets den vollen Überblick über den Markt. Um dies umzusetzen, ist es nötig, dass wir die Abhängigkeit von lokal importierten statischen Daten weiter verringern.

An all den Vorgängen und Entwicklungen mit dem Ziel ein leistungsfähiges und verlässliches Order Management System zu bieten, leisten nicht nur unsere Teams der Software Entwicklung, des Technical Account Managements und das System and Network Administration Team tagtäglich einen immensen Beitrag.

Vor allem in der Anfangsphase aber auch im weiteren Verlauf unterstützen uns auch unsere Kunden und Partner in unterschiedlichster Art und Weise dabei, dieses Ziel zu erreichen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die kommenden Monate wieder viele Fortschritte bringen werden.